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Praxis-Tipps für Wintertouren

 

Ökonomisches Laufen bedeutet, dass man beim Wandern eine Stunde marschiert und dann etwa zehn Minuten Pause macht. Dieses Rhythmus behält man nach Möglichkeit den ganzen Tag bei. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Körper nie vollkommen erschöpft ist und sich in der kurzen Pause schneller wieder regenerieren kann. Verletzungen und Überbeanspruchungen werden so vermieden. Eine optimale körperliche Vorbereitung mit unserem Trainingsprogramm lässt erst richtig Spaß auf der Tour aufkommen. Man ist nicht so ausgelaugt und kann die Landschaft genießen.

 

Achte bei der Zusammenstellung Deiner Nahrung auf eine ausreichende Energiezufuhr sowie eine möglichst naturbelassene Nahrung, die noch viele Vitalstoffe enthält. Der Fettgehalt der Nahrung darf im Winter sehr hoch sein. So spart man aufgrund des höheren Brennwertes Gewicht. Nüsse und Öl sind da ideal, wobei man die Hauptmahlzeit am Abend im Zelt zu sich nimmt, um den Körper beim Laufen nicht mit unnötiger Verdauungsarbeit zu belasten. Kleine Snacks (Trockenfrüchte, Müsliriegel) sind tagsüber ein guter Energieschub.

 

Die Komplette Nahrungsliste findet Ihr hier: Ausrüstungsliste

 

Man sollte sich rechtzeitig nach einem passenden Zeltplatz umsehen, denn es wird früh dunkel im Winter, auch dauert es im Winter mit dicken Handschuhe länger das Zelt aufzubauen.

Der Biwakplatz sollte auf jeden Fall lawinensicher sein, es soll ja schließlich nicht die letzte Nacht gewesen sein. Das Zelt sollte man bei Sturm so aufstellen, dass der Eingang im rechten Winkel zum Wind steht. Sonst hat man am nächsten Morgen eine  Schneeverwehung vor der Tür.

Wenn Ihr nicht gerade Euren Kälterekord brechen wollt, meidet Talsohlen und Mulden. Hier sammelt sich die kalte Luft bekanntlich gerne. Einige Autoren empfehlen um das Zelt einen Kälte-Graben auszuheben, damit sich die Kälte dort sammeln kann und man wärmer liegt. Ob es wirklich was bringt, haben wir noch nicht gemessen.

Auf der Luvseite des Zeltes kann man bei starkem Wind eine Schneemauer errichten, sie schützt die Unterkunft vor zu starken Schneeböen. Es empfiehlt sich, die Mauer spitz zulaufend zu errichten, um den Wind zu brechen.

Rund um das Zelt sollte man mit Schnee die Lücken zwischen Zelt und Boden abdichten. Der Wind weht dir sonst das Vorzelt zu, bzw. zwischen Innen- und Außenzelt sammelt sich der Schnee. Das Zelt am Abend immer maximal sichern und abspannen. Auch wenn abends noch die Sonne scheint, der Sturm kommt bekanntlich immer zum ungünstigsten Zeitpunkt.

 

Wenn Du die gespurten Wege verlässt, ist es im Winter oft wesentlich schwieriger, sich zu orientieren. Die Schneebedeckte Landschaft sieht im Winter stark verändert aus. Eine gute Karte (neueste Auflage!), ein Kompass und möglichst ein GPS gehören zur Ausrüstung. Mit einem GPS ist die Orientierung ein Kinderspiel. Man muss nur in der Lage sein, das Gerät richtig einzustellen und zu bedienen, um dann die Koordinaten auf die Karte zu projizieren. Bei der Streckenplanung vor der Tour sollte man bedenken, dass zum Beispiel durch Tiefschnee die Tageskilometerleistung stark abfallen kann. Auch Stürme können Dich für ein paar Tage an einem Ort festnageln, also genug Reservetage einplanen!

 

Es ist im Winter viel angenehmer einen Schlitten hinter sich herzuziehen, als ständig die 30 kg auf dem Buckel zu tragen. Wir haben uns bei OBI für 5 Euro einen Kunststoffrodel und bei Globetrotter einen Schlitten gekauft und umgebaut. In der Pulka kann man all seine schwere Ausrüstung verstauen (Nahrung, Brennstoff), in einem als Zuggeschirr getragenen Rucksack die leichten Dinge (Schlafsack, Kleidung). Als Zuggestänge kann man zum Beispiel  Bambusstangen nehmen. Die sind flexibel und äußerst langlebig, im Gegensatz zu den teuren Alugestängen. Für die Hin– und Rückreise haben wir ein Rollbrett gebastelt, das sich unter die Schlitten montieren lässt.

 

Mehr zum Thema Pulka hier: Pulka-Selbstbau

 

Es ist bekannt, dass man in der Lage ist, sich durch bestimmte Maßnahmen auf einen Aufenthalt in kälteren Regionen vorzubereiten. Solche Maßnahmen können beispielsweise sein:

Weglassen der Handschuhe im hiesigen Winter (für ein paar Wochen vor Antritt der Tour), Schlafen bei geöffnetem Fenster oder im Garten/Balkon, Wechselduschen.

Außerdem solltet ihr, wenn es mal richtig kalt in Deutschland ist, im Mittelgebirge eure Ausrüstung testen. In der Praxis wird schnell klar, was man braucht und was nicht.

Wer einen empfindlichem Magen hat und sich auf das Trinken von Schmelzwasser vorbereiten möchte, kann dies natürlich auch schon in Deutschland tun. Auf der Tour ist dann auf eine ausreichende Salzzufuhr (Meer– oder Steinsalz) zu achten. Das Schneewasser schmeckt gewöhnungsbedürftig, wenn man Durst hat, ist es jedoch köstlich...

 

Im Winter wird es schon früh dunkel, im Norden besonders. Deshalb besorgt euch eine gute LED-Lampe und nehmt Ersatzbatterien mit. Die Stimmung im Zelt wird nicht gerade steigen, wenn man ab vier Uhr im halbdunklen Zelt sitzt...