Gästebuch

 

 

Dovrefjell 2006

Nachdem wir die letzten Wintertouren in der Hardangervidda gemacht hatten, wollten wir dieses Mal in ein neues Gebiet.

Wir fanden das Dovrefjell passend für eine Tour mit Pulka und Schlitten, da es relativ flach verläuft und verkehrstechnisch noch gut erreichbar schien.

Die Anreise im Februar sollte dieses Mal mit dem Flugzeug erfolgen, da die Buslinie von Hamburg nach Oslo keine übergroßen Gepäckstücke mitnimmt, wie wir bei Anfragen im Vorfeld der Reise erfahren hatten.

Mit einer skandinavischen Fluglinie ging es dann mit 20 Kg Übergepäck in etwas über einer Stunde von Hamburg nach Oslo.

Von dort fuhren wir  (etwa 5 Stunden) mit der Bahn direkt nach Kongsvoll. Die Mitnahme der Pulken und Rucksäcke war in der Bahn kein Problem.

Am Abend hielt der Zug dann an dem einsamen Bahnhof, wir hatten dem Schaffner vorher Bescheid gegeben, dass wir dort rausmüssen. Die Situation erinnerte uns etwas an einen alten Western. Es war bereits dunkel und wir suchten uns in der Nähe des Bahnhofs ein Plätzchen für das Zelt.

Der Aufstieg (Videos) von Kongsvoll hinauf auf das Fjell war äußert mühsam. Tiefschnee, dichtes Unterholz und eine nicht zu verachtende Steigung bereitete uns große Probleme.

Wir mussten jeweils einen etwa 50 cm breiten und mindestens ebenso tiefen „Graben“ in den Schnee treten, um dann mit unseren Schlitten, die in den Kurven regelmäßig umkippten den Hang hinauf zu kommen.

Oben angekommen wartete auch schon ein kräftiger Wind auf uns, der uns und besonders unser Zelt deutliche Probleme bereitete. Im Verlauf der Tour riss eine Abspannung am Zelt und ein Gestängebogen zerbrach.

Wie auch schon in Hardangervidda war der Schnee auf den weiten Flächen jedoch relativ fest, so dass wir gut Laufen konnten.

Unser Ziel war der Snoehetta, der höchste Berg in der Gegend, den man auch ohne Bergseil erwandern kann.

Unser Lager schlugen wir am Fuße dieses überdimensionalen Hügels auf und hofften auf eine leichte Wetterbesserung, um den Grat am Berg bewältigen zu können ohne wegzufliegen.

Leider hatten wir nicht das nötige Glück mit dem Wetter, die folgenden zwei Tage stürmte es heftiger als zuvor und wir verharrten im Zelt bei Windgeschwindigkeiten von 80 Km/h mit deutlich kräftigeren Boen (Videos). In der Annahme, dass wir in den Tagen der Rückreise nach Kongsvoll auch mit mindestens einem Sturmtag rechnen konnten, gaben wir den Plan, auf den Snoehetta zu steigen, auf und traten den Rückmarsch nach Kongsvoll an.

Auf dem Weg ließ der Wind nicht nach, auch fanden wir keinen sturmsicheren Zeltplatz, bzw. war der Schnee nicht geeignet, eine Schneemauer zu bauen, so dass wir in einem Gewaltmarsch bis zur Baumgrenze abstiegen, wo der Wind in den ersten Birken ausreichend gebrochen wurde. Die Schneeschuhe von Marcel hielten dieser Belastung nicht stand und brachen an der Aufhängung. Auch wir waren völlig fertig und waren sehr froh, dem Windkanal des Dovrefjells entkommen zu sein.

Nach wenigen weiteren Tagen im nun sturmsicheren Birkenwäldchen traten wir die Rückreise an und hatten das Glück, diesmal beim Flug kein Übergepäck zahlen zu müssen.

 

Fazit: Es war eine stürmische Tour mit schwierigen Schneeverhältnissen. Die Temperaturen auf der Tour waren im Februar sehr mild. Die Anreise mit dem Flugzeug und der Bahn deutlich komfortabler als mit dem Bus allein, auch wenn es durch das Übergepäck etwas teurer werden kann.

Wir werden nicht noch einmal in das Dovrefjell reisen, sondern hoffen auf der nächsten Tour weiter im Norden auf einen „richtigen“ Winder mit tiefen Temperaturen und vielleicht ein paar Nordlichtern...

 

Zahlreiche Ausschnitte unseres Videos, das wir auf dieser Tour gedreht haben, findet ihr hier: Multimedia